Moleküle mit Sprungkraft: Ringöffnung ermöglicht neue Vielfalt an Substanzen

In Fernsehsendungen zum Thema Chemie werden oft Sechsecke dargestellt, die ein wenig an Bienenwaben erinnern. Dieser Hang zur Zahl Sechs liegt daran, dass solche Ringe in der Chemie besonders stabil sind: Besteht der Ring aus mehr Gliedern, wird er zu wackelig und kann buchstäblich auseinander fallen. Sind es weniger, ist er zu stark gespannt und kann zerspringen.

mcontent
Quelle: Ivanov et al., Chem. Eur. J., 2015, (21:13), 4975

Dass dreieckige Moleküle sich gern öffnen und neue Substanzen bilden, ist schon länger bekannt. Chemiker von der State University in Moskau haben diese Eigenschaft nun jedoch auf eine neue Art angewendet, wie sie im Fachjournal Chemistry – A European Journal berichten: Sie liessen ihre Dreieck-Moleküle in Gegenwart von Azid-Ionen aufspringen. Dabei baute sich das Azid in das neu entstandene Molekül ein. Diese neuen Substanzen eignen sich zur Herstellung vieler wichtiger Stoffe, wie  z.B. Medikamenten. Das bewiesen die Forscher um Prof. Mikhail Melnikov, indem sie auf einem neuen Weg sowohl Nikotin, als auch das Arzneimittel Atorvastatin synthetisch herstellten.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen