Feuchtigkeitsspendend und schmerzlindernd: ein Hydrogel als neuer Arzneiträger

Arzneien müssen im Körper einiges über sich ergehen lassen, bevor sie ihre Wirkung entfalten. Je nach Art der Einnahme wirken Magensäfte, Enzyme und Abwehrstoffe auf sie ein und verdauen sie buchstäblich. Deshalb sind Medikamente oft so beschaffen, dass sie erst durch die Prozesse im Körper zu den eigentlichen Wirkstoffen werden. Wenn das nicht möglich ist, werden Methoden der gezielten Wirkstoffabgabe eingesetzt. Magensaft-resistente Kapseln beispielsweise setzen die Arznei erst im Darm frei.

Quelle: Howe et al., Chem. Commun. 2015, (51), 7451

Ein Team von der University of York berichtet nun in der Fachzeitschrift Chemical Communications über ein Einsatz eines Hydrogels aus der Kosmetik zum Transport von Wirkstoffen. Die Chemiker betteten die Wirkstoffe Mesalazin, Ibuprofen und Naproxen in die Struktur des Gels ein. Die Freisetzung erfolgt durch eine Änderung des pH-Wertes ins leicht basische, wie es zum Beispiel im Darm der Fall ist. Die Forscher um Prof. David K. Smith halten auch Anwendungen zur langsamen Wirkstoffabgabe unter der Haut für vorstellbar.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen