Käse zum Nachdenken*

In der Science Gallery des Trinity Colleges Dublin fand im Jahr 2013 eine Ausstellung statt unter dem Titel „Grow Your Own… Life After Nature“. Teil der Ausstellung war ein Projekt der US-amerikanischen Mikrobiologin Christina Agapakis und der norwegischen Künstlerin Sissel Tolaas.

Ihr gemeinsames Werk – eine Installation mit dem Titel Selfmade – ist eine Reihe selbstgemachter Käse. Das Team fertigte eine Serie „mikrobieller Skizzen“ an, basierend auf Bakterienkulturen der Haut verschiedener Personen. Die so hergestellten Käse-Exemplare wurden hinsichtlich ihres Geruchs analysiert. Der Geruch jedes Exemplares ähnelt der herangezogenen Person; dabei erinnern die übelriechendsten Exemplare an den Geruch von Achselhöhlen oder Füßen. Die Analyse durch „head space“-Gas-Chromatographie gekoppelt mit Massenspektrometrie erlaubte eine eindeutige Zuordnung aller am Geruch beteiligten Substanzen.

Quelle: Agapakis & Tolaas, „Selfmade“, 2013, Science Gallery Dublin

Ziel der Installation war laut Aussage der Künstler jedoch nicht die Erschaffung eines neuen Lebensmittels, sondern das Hervorheben der Bedeutung von Mikroben für das menschliche Leben.


* Mein Dank geht an meine Frau Beate, die mich auf diese Arbeit aufmerksam gemacht hat.

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