Chemiker sind zu selbstkritisch

Quelle: The Royal Society of Chemistry

Gestern veröffentlichte die Royal Society of Chemistry eine Studie darüber, wie die Öffentlichkeit die Chemie wahrnimmt – und wie Chemiker glauben, dass sie wahrgenommen wird. Diese Studie ist die erste ihrer Art über die Chemie und ihre Ergebnisse sind nicht nur meiner Ansicht nach verblüffend. Kurz gesagt hat das Fach in der Allgemeinheit einen viel besseren Ruf als wir Chemiker glauben. Trotzdem gilt die Chemie als kompliziert und wenig greifbar. Was die Physik antreibt kann man mit fallenden Äpfeln erklären und (wenn man es spektakulärer mag) mit explodierenden Sternen und schwarzen Löchern. Und warum die Biologie uns alle betrifft, ist sogar ziemlich selbsterklärend.

Quelle: The Royal Society of Chemistry
Quelle: The Royal Society of Chemistry

In den Naturwissenschaften wird den Chemikern nachgesagt, dass sie relativ problemlos sowohl mit Physikern als auch mit Biologen anknüpfen können. Einmal wurde ich sogar als „Elektronenhüllen-Physiker“ bezeichnet und ich muss zugeben, dass das nicht ganz falsch ist. Und wenn man sich in der Biologie genauer mit Zellen beschäftigt, kommt man nur schwer an den Dingen vorbei, die man damals im Chemie-Unterricht so gehasst hat.

In diesem Blog geht es mir darum, einen Einblick in die aktuelle Forschung zu geben und Chemie verständlich zu kommunizieren. Ich denke, dass ich als Wissenschaftler da in eine typische Falle getappt bin: einfach das Paper lesen und kurz zusammenfassen. Dann ist alles klar. Die Fragen aber sind: Warum? Und warum betrifft mich das? Aus diesem Grund habe ich beschlossen, stärker aus persönlicher Sicht über die Dinge zu schreiben, die ich an der Chemie so spannend finde.

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