Röhren aus DNA durchbohren Krebszellen

a) Die Struktur der DNA-Röhren mit dem hydrophoben Gürtel in rot. b) Der hydrophobe Gürtel dringt in die Lipidschicht der Zellen ein und perforiert sie. Das führt zum Zelltod.
Die neuartige Idee, Krebszellen mit DNA-Röhren zu perforieren, ist eines der drei Titelbilder der Zeitschrift. Bild: Burns et al., Angew. Chem. 2015, (126:46), 12674–12678

Krebszellen nicht vergiften, sondern mit DNA „erstechen“ – Diesen neuen Weg in der Bekämpfung der Krankheit haben Molekularbiologen vom University College in London eingeschlagen. Das Forscherteam um Prof. Stefan Howorka berichtet im Journal Angewandte Chemie, dass ihnen das mit Nano-Röhren aus DNA gelungen ist: An einem Ende jedes Röhrchens brachten die Forscher einen Gürtel aus fettlöslichen Molekülen an. Dieser Gürtel soll die schützende Lipidschicht der Zellen durchdringen. Damit würden die DNA-Röhrchen wie winzig kleine Kanülen die Verteidigung der Krebszellen buchstäblich durchbohren.

Im Labor testeten die Wissenschaftler ihre „DNA-Kanülen“ an Gebärmutterhalskrebszellen und fanden heraus, dass ihre neue Methode immerhin 20 % der behandelten Krebszellen eliminiert. Auch wenn das nicht nach einer besonders effektiven Methode klingt – für einen ersten Versuch ist es nicht wenig. Die Forscher schlagen vor, dass in Zukunft Zellgifte durch solche Röhrchen direkt in die Krebszellen injiziert werden könnten. Auch erhoffen sie sich, dass diese DNA-Röhrchen so weiterentwickelt werden, dass durch ihre „Gürtel“ Krebszellen gezielt erkennen und attackieren.

Titelbild: Burns et al., Angew. Chem. 2015, (126:46), 12674–12678

2 Kommentare

    • Danke für den Kommentar!
      Ich bin auch gespannt, ob und wie sich das Thema weiterentwickelt. Krebszellen haben spezifische Moleküle an den Oberflächen – die kann man eventuell nutzen um die Röhren dorthin zu dirigieren.

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