Honig ist nicht gesünder als Haushaltszucker

Honigwaben
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Honig ist weniger gesund als bisher gedacht – zu diesem Ergebnis kam eine Studie von Ernährungswissenschaftlern aus den USA, die diesen Monat im Journal of Nutrition veröffentlicht wurde. Das Team um Susan Raatz untersuchte zwei Gruppen von Personen; zum Einen eine Gruppe von 28 Personen mit Glucose-Toleranz, sowie eine 27-köpfige Gruppe von Probanden mit einer Glucose-Intoleranz. Die Forscher verglichen an beiden Gruppen die Wirkung von Honig, normalem Haushaltszucker und Maissirup. Dazu liessen sie jede Testperson zwei Wochen lang pro Tag 50 Gramm der jeweiligen süßen Substanz essen. Das entspricht etwa 16 Stück Würfelzucker, die die Probanden als Pulver zum Anrühren bekamen. Gleichzeitig durften die Testpersonen keine anderen Süßstoffe konsumieren.

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Honig gilt als gesündere Alternative zu Haushaltszucker. Ist das berechtigt?
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Wenig überraschend war die Beobachtung, dass die Personengruppe mit Glucose-Intoleranz erhöhte Werte des Blutzuckers, von Insulin, Entzündungsstoffen und Cholesterin aufwiesen als die Gruppe die Zucker problemlos verwerten kann. Überraschend allerdings war, dass die Art des Süßungsmittels keine Rolle spielte – die Probanden reagierten auf den süßen Sirup aus den Bienenwaben nicht anders als auf normalen Kristallzucker oder Maissirup.

Honig besteht zu etwa 80 % aus verschienen Zuckern, davon im Durchschnitt 38 % Fruchtzucker und 30 % Traubenzucker. Je nach Fließfähigkeit kann Honig etwa 15 bis 21 % Wasser enhalten. Der süße Sirup aus der Bienenwabe enthält zwar verschiedene Mineralstoffe und Enzyme, aber meistens so gut wie keine Vitamine. Ein namhafter Produzent des Süßungmittels weiss: „Honig schmeckt nicht nur gut, durch seine günstige Zusammensetzung ist er auch ein bewährtes Hausmittel und hilft bei der Behandlung von allerlei Krankheiten.“ Was genau die etwa 180 Begleitstoffe des Honigs aber für uns tun, kann selbst der Hersteller nicht genau sagen, bis auf dass sie den „gesamten Stoffwechsel im menschlichen Körper“ steuern. Das kann gut sein, jedoch werden die meisten der Honig-Enzyme sehr wahrscheinlich einfach von unserem Körper verdaut.

Bei der nächsten Erkältung können wir unsere heisse Zitrone und den Kräutertee also getrost auch mit Haushaltszucker süßen. Die heisse Zitrone sollte dann übrigens nicht zu heiss sein, aber darüber schreibe ich ein anderes Mal.

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