Schnee speichert Schadstoffe

Dass man keinen Schnee essen sollte, ist für viele keine Neuigkeit. Jetzt konnte dies zum ersten Mal in einer systematischen Studie bewiesen werden. Die kanadischen Forscher um Prof. Parisa Ariya an der McGill University in Montreal sammelten Schneeproben innerhalb ihres Stadtgebietes und untersuchten sie anschließend in einer speziell entwickelten Analysekammer.

In dieser Kammer ließen die Forscher wahlweise gereinigte Luft oder die Abgase eines Benzinmotors über die jeweilige Schneeprobe fließen. Sie analysierten danach den Gasstrom der die „Schneekammer“ wieder verließ. Das Ergebnis: War der Schnee in der Kammer geschmolzen, wurden weitaus mehr Schadstoffe nachgewiesen als bei gefrorenem Schnee. Diese Erkenntnis berichteten die Forscher in der Fachzeitschrift Environmental Science: Processes & Impacts.

Bild: Nazarenko et al., Environ. Sci.: Processes Impacts, 2016
In der eigens für die Studie entwickelten „Schneekammer“ wurden Abgase aus einem Benzingenerator kontrolliert über die Probe geleitet. Das ausströmende Gas wurde anschließend genau untersucht. Bild: Nazarenko et al., Environ. Sci.: Processes Impacts, 2016

Die Forscher ziehen aus ihren Ergebnissen die Schlussfolgerung, dass Schnee ein bedeutender Umweltfaktor ist: Schadstoffe aus der Luft werden bei einem Schneefall gebunden und aus der Atmosphäre entfernt. Bei Tauwetter werden die im Schnee angesammelten Schadstoffe allerdings in sehr kurzer Zeit wieder freigesetzt. Die kanadischen Wissenschaftler warnen davor, dass Schnee in städtischen Regionen die Gesundheit belasten kann. Insbesondere bei einer Schneeschmelze kann zudem eine erhebliche Umweltbelastung im Schmelzwasser und in der Luft entstehen.

Titelbild: Andreas Tille [CC BY-SA 4.0] / Wikimedia Commons

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