UV-Schutz: Sonnenbaden mit Chemie!

Unsichtbarer Schutzmantel: Sonnencreme hält UV-Licht ab. Bild: By HYanWong (Own work) [CC0], via Wikimedia Commons

Der Sommer ist da – auch wenn er sich zur Zeit eher durch Unwetter bemerkbar macht und man Temperaturen jenseits der 30 °C vermissen mag (da ich inzwischen aus dem Norden zurückgekehrt bin, bin ich ganz froh über den recht milden Klimawechsel). Wenn aber die Sonne mal zwischen den Wolken hindurch scheint, fängt man sich trotz aller Wetterkapriolen sehr leicht einen Sonnenbrand ein. Die Folgen sind bekannt: schmerzende Rötungen, sich schälende Haut und ein erhöhtes Hautkrebsrisiko.

Wenn das Licht zu hart wird

Schuld am Sonnenbrand ist der ultraviolette Anteil des Sonnenlichts – die sogenannte UV-Strahlung. Der Name „ultraviolett“ sagt bereits, dass sich diese „Farbe“ im Lichtspektrum jenseits von Violett befindet, also genau außerhalb des für uns sichtbaren Bereichs. Man unterscheidet zusätzlich drei „Farbtöne“ des Ultravioletts die sinnigerweise UV-A, UV-B und UV-C heissen. Je weiter der Buchstabe im Alphabet, umso gefährlicher („härter“) ist die Strahlung. Die besonders schädliche UV-C-Strahlung wird allerdings von der Atmosphäre aufgehalten und gelangt gar nicht erst zu uns an die Erdoberfläche. Vor den anderen beiden Arten müssen wir uns aber schützen.

Bild: Horst Frank / Phrood / Anony [CC] / Wikimedia Commons
Wir Menschen haben ein enges Sichtfeld: Vom elektromagnetischen Spektrum können wir nur den winzigen Ausschnitt von 400 bis 700 Nanometern wahrnehmen. Die UV-Strahlung grenzt von der kurzwelligen Seite her direkt daran an.  Bild: Horst Frank / Phrood / Anony [CC-BY-SA-3.0] / Wikimedia Commons
Solider Schutz vor Sonne, Wind und Sand: Die Kleidung der Tuareg ist seit Generationen erprobt. Bild: Alfred Weidinger [CC-BY-2.0] / Wikimedia Commons
Solider Schutz vor Sonne, Wind und Sand: Die Kleidung der Tuareg ist seit Generationen erprobt. Bild: Alfred Weidinger [CC-BY-2.0] / Wikimedia Commons
Die einfachste Möglichkeit, seine Haut vor der harten UV-Strahlung der Sommersonne zu bewahren, ist einfach Kleidung zu tragen, denn die lässt gar kein oder nur wenig Sonnenlicht durch. So unpraktisch das klingen mag, die Bewohner der heisseren Regionen unserer Erde machen es vor. In unserem „gemäßigten“ Klima sind wir aber oft dankbar, wenn wir uns im Sommer an den Strand oder in den Garten legen können um ordentlich „Sonne zu tanken“. Hier gilt: Haut zeigen und Sonnencreme benutzen!

Der Faktor, der vor Licht schützt

Sonnencreme ist eine Mischung aus Öl, Wasser und verschiedenen Stoffen, die UV-Licht absorbieren. Dadurch trägt man einen unsichtbaren Lichtfilter auf seine Haut auf. Die damit verbundene Kenngröße – der Lichtschutzfaktor – gibt an wie viel länger man durch die Sonnencreme in der Sonne sein kann als ohne. Wenn zum Beispiel jemand ohne Sonnenschutz nach 30 Minuten einen Sonnenbrand bekommt, bekäme er ihn mit Lichtschutzfaktor 15 erst nach etwa sieben Stunden. Lichtschutzfaktoren lassen sich in die Kategorien „niedrig“ (6, 10), „mittel“ (15, 20, 15), „hoch“ (30, 50) und „sehr hoch“ (50+) einteilen.

Es gibt dutzende Substanzen die als UV-Schutz eingesetzt werden, wobei viele von ihnen aromatische Strukturmuster besitzen, wie etwa die Salicylsäure (die als Acetyl-Salicylsäure der Wirkstoff im Aspirin ist), oder die wohlriechende Zimtsäure. Wie immer bei chemischen Substanzen gibt es natürlich auch um die UV-Blocker eine Diskussion über ihre Verträglichkeit, bzw. Unverträglichkeit. Diese Diskussion ist selbstverständlich wichtig, denn niemand möchte sich beim Sonnenbaden unbekannten Risiken aussetzen. Bei allen Bedenken um die Nebenwirkungen sind aber meiner Meinung nach die Risiken durch Sonnencremes deutlich geringer die als die direkten Schäden man sich ohne Sonnenschutz zuziehen kann. Wer auf Nummer Sicher gehen will, greift zu sogenannten „Mineralischen Filtern“, die auf Titandioxid, bzw. Zinkoxid basieren. Diese beiden Minerale sind Weißpigmente, die das Sonnenlicht reflektieren und es nicht, wie ihre organischen Verwandten, absorbieren.

Eine kleine Auswahl von UV-Schutzmitteln aus Sonnencremes..
Illustre Mischung: Eine kleine Auswahl von UV-Schutzmitteln aus Sonnencremes, die sowohl in der EU, als auch in den USA zugelassen sind. Das UV-absorbierende Element ist der sechseckige aromatische Ring in jeder Struktur, an den eine Doppelbindung angrenzt.

Neben dem Lichtschutzfaktor, und der Zusammensetzung der Sonnencreme stellt sich auch die viel praktischere Frage ob man direkt eine Creme, oder gleich ein Spray verwenden sollte. Hier kann ich eine klare Empfehlung geben: Nehmt Cremes und nicht Sprays! Wer den Sonnenschutz versprüht, läuft immer Gefahr, kleine Portionen des Sprays auch einzuatmen. Das ist durch das Verwenden von Cremes einfach vermeidbar, und das Produkt soll ja auf die Haut und nicht in die Atemwege. Man kann allerdings, wenn man gerade nur ein Spray hat, es sich auf die Hand sprühen und dann einreiben.

Titelbild: HYanWong [CC0] / Wikimedia Commons

2 Kommentare

  1. Willkommen zurück im Süden, Marco!

    Ein spannendes und wichtiges Thema beschreibst du hier, das gerade zur rechten Zeit kommt – denn zumindest hier in der (Zentral-)Schweiz ist es endlich sonnig, und die nächsten Tage soll es richtig heiss werden.

    Da ist ein guter Sonnenschutz nur zu empfehlen!

    Wie die verschiedenen UV-Filter und -Reflektoren im einzelnen funktionieren und warum ich mineralische Filter auch als Nanopartikel toll finde, gibt es übrigens hier zum Nachlesen:

    http://www.keinsteins-kiste.ch/wie-du-dank-sonnencreme-und-uv-filtern-deine-ferien-geniessen-kannst/

    • Hallo Kathi und vielen Dank, auch für den Link!
      Ich bin noch dabei, mich hierzulande wieder zurecht zu finden und bin froh, dass ich überhaupt wieder zum Bloggen komme.

      Das Thema ist natürlich jedes Jahr um die gleiche Zeit wieder aktuell, und mich hatte interessiert, was denn genau diese „chemischen UV-Filter“ eigentlich sind.
      Das nächste Mal wenn ich über Alltags-Chemie schreibe werde ich jedenfalls vorher auch mal auf dein Blog schauen und dich dann natürlich auch verlinken 🙂

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