Vulkangestein fängt CO2

Bild: ThinkGeoEnergy [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)] / Wikimedia Commons

Wissenschaftlern ist es in Island gelungen, das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid (CO2) unterirdisch zu „versteinern“ und damit sicher zu speichern, wie die Zeitschrift Science berichtet. In dem neu entwickelten Verfahren injizierten die Forscher das Gas in unterirdisches vulkanisches Gestein. Ausgelöst durch den hohen Gehalt an Calcium, Magnesium und Eisen im 400 bis 800 Meter tief liegenden Basalt wandelte sich das Gas in mineralisches Carbonat um.

Geological cross-section of the CarbFix injection site. CO2 and H2S are injected fully dissolved in water in injection well HN02 at a depth between 400 and 540 m. For this study, fluid samples were collected in the injection well HN02 and the monitoring well HN04 [modified from (15)].
In der „CarbFix“ genannten Injektionsanlage werden CO2 und H2S in Wasser gelöst und  durch Bohrlöcher in das unterirdische Gestein injiziert. Dort wandelt sich das Gas in Gestein um.
Durch Beimischung des radioaktiven Kohlenstoff-Isotops 14C verfolgten die Geochemiker den Mineralisierungsprozess. Das Team um Dr. Juerg Matter von der Universität Southampton im Vereinigten Königreich stellte fest, dass nach zwei Jahren über 95 % des eingeleiteten Kohlenstoffdioxids mineralisiert waren.

Die neue Methode ist eine vielversprechende Möglichkeit, das Treibhausgas CO2 langfristig unterirdisch zu speichern. Die bisher diskutierte herkömmliche Technik des „Carbon Capture and Storage“ (CCS) gilt vielen als zu unsicher. Mit der CCS-Methode wird das Gas direkt in unterirdische Hohlräume gefüllt, beispielsweise in leere Erdöl-, oder Erdgas-Kammern. Unbemerkte Lecks oder unterirdische Verschiebungen von Gestein oder Wasserläufen könnten das Gas aber wieder aus der Erde austreten lassen. Ein weiterer Nachteil der CCS-Technik ist, dass das CO2 vorher aus den Industrie-Abgasen gesondert abgetrennt werden muss. In der isländischen „CarbFix“-Methode ist das nicht nötig – die Forscher mischten dem CO2 sogar das Gas Schwefelwasserstoff (H2S) als künstliche Verunreinigung bei, das nicht nur in heissen Quellen, sondern auch in saurem Erdgas vorkommt.

Titelbild: ThinkGeoEnergy [CC BY 2.0] / Wikimedia Commons

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