Bodenschatz: Fund in Tansania könnte die ganze Welt mit Helium versorgen

Bild: By Fanny Schertzer [CC BY-SA 3.0] / Wikimedia Commons

Wissenschaftler haben ein riesiges Vorkommen von Helium in Tansania entdeckt, wie das Fachmagazin Science berichtet. Das Ungewöhnliche daran ist, dass erstmals gezielt nach dem Edelgas gesucht wurde. Weil Helium aber normalerweise aus Erdöl- und Erdgas-Vorkommen als Nebenprodukt anfällt, ist der Preis für das reaktionsträge Gas auch stark an den Öl-, bzw. Gaspreis gekoppelt. Das könnte sich durch den Fund nun ändern. Das größte der unterirdischen Heliumvorkommen, das die beiden Geologen Tom Abraham-James und Josh Bluett in dem ostafrikanischen Land entdeckten, enthält 1,5 Milliarden Kubikmeter des Gases. Allein damit könnte der Heliumbedarf der gesamten Welt für sieben Jahre gedeckt werden.

Bild: Jurii (http://images-of-elements.com/helium.php) [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons
Das an sich farblose Helium glüht in einer faszinierenden Farbe. Bild: Jurii [CC BY 3.0] / Wikimedia Commons
Helium kennt man normalerweise nur aus Partyballons und durch die lustige Verzerrung der Stimme, wenn man es einatmet. Tatsächlich aber ist das Gas ein wertvolles Gut. Durch seinen Siedepunkt von 4 Kelvin (-269 °C) ist es das beste Kühlmittel der Welt. Benutzt wird es zum Beispiel in Kernspintomographen in Krankenhäusern, aber auch in vielen wissenschaftlichen Messinstrumenten. Kühlt man flüssiges Helium noch weiter ab, wird es „superfluid“. Dann ist es dünnflüssiger als gasförmiger Wasserstoff und leitet Wärme besser als Kupfer – jeweils um über das tausendfache.

Leider ist das Edelgas nicht erneuerbar: Einmal in die Atmosphäre entwichen, ist es für immer verloren. Der Fund in Tansania – einem der ärmsten Länder der Erde – könnte daher einen enormen Kostenfaktor in Technik und Forschung drastisch senken. Gleichzeitig zählt Helium damit ab jetzt zu den Bodenschätzen, nach denen gezielt gesucht wird.

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