Laborgerät des Monats: Die Fritte

Bild: Lilly_M [CC BY-SA 3.0] / Wikimedia Commons

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Der Filterboden sieht aus wie eine rauhe Oberfläche, ist aber durchlässig. Bild: Lilly_M [CC BY-SA 3.0] / Wikimedia Commons
Das Laborgerät mit dem wahrscheinlich irreführendsten Namen überhaupt ist ein besonders feinporiger Filter, der oft als fester Bestandteil in einen Trichter integriert ist. Benutzt werden Fritten, wenn sehr feine Partikel aus einer Lösung abgetrennt werden sollen. Aufgrund der feinen Poren ist die Geschwindigkeit des Filtervorgangs vergleichsweise langsam; deshalb wird in der Regel ein Unterdruck an das untere Ende des Trichters angelegt und die Flüssigkeit durchgesaugt.

In der Herstellung dieser besonderen Filterböden wird das Material (Perlen aus Glas oder Keramik) „gesintert“. Dabei wird es erhitzt, allerdings unterhalb des Schmelzpunktes. Die Perlen backen dabei zusammen und bilden eine feste Einheit. Man kennt das auch von Bonbons oder Gummibärchen, die zu lange im Warmen gelegen haben.

Ein besonderes Highlight ist allerdings die Reinigung von Fritten, da sich die Partikel teilweise tief in den Poren festsetzen und man den Filter nicht einfach wegwerfen kann. Ist die Fritte durch Verunreinigungen verfärbt oder zugesetzt, kommt ein starkes Oxidationsmittel zum Einsatz: die Peroxomonoschwefelsäure. Sie lässt sich sehr einfach herstellen, indem man konzentrierte Schwefelsäure mit 30-prozentiger Wasserstoffperoxidlösung im Verhältnis 3:1 mischt. Die dabei entstehende Säure wird auch als Carosche Säure bezeichnet – im Labor ist aber der Name „Piranha-Säure“ stärker verbreitet. Woher dieser Name kommt, zeigt das folgende Video:

Deshalb muss der Umgang mit diesem „Reinigungsmittel“ auch extrem sorgfältig passieren. Neben der starken Wärmeentwicklung kann es insbesondere durch organische Lösemittel auch zu Explosionen kommen. Und das möchte nun wirklich niemand.

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