Klimaabkommen von Kigali: Was sind FKWs?

Bild: Jessie Eastland [CC BY-SA 4.0] / Wikimedia Commons

Dass Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs) klimaschädlich sind, weiss inzwischen jedes Kind. Diese Gase sind deswegen so gefährlich weil sie die Ozonschicht angreifen, die uns vor der schädlichen UV-Strahlung schützt. Seit dem Klimaabkommen von Montreal 1987 wurden die Emissionen dieser Gase stark gesenkt, allerdings die Kühlmittel für Kühlschränke und Klimaanlagen nicht mehr FCKWs enthielten, sondern FKWs – Fluorkohlenwasserstoffe, die kein Chlor enthalten. Nun wird durch das am Wochenende verabschiedete Klimabkommen von Kigali auch die Emission der FKWs gesenkt. Aber was sind denn nun schon wieder FKWs?

F(C)KWs: Teufel und Beelzebub?

Links im Bild: das FCKW 1,2-Dichlor-1,1,2,2-tetrafluorethan, das bei +3,5 °C siedet. Rechts: Hexafluorethan, ein FKW mit einem Siedepunkt von −78,2 °C
Links im Bild: 1,2-Dichlor-1,1,2,2-tetrafluorethan, ein FCKW das bei +3,5 °C siedet. Rechts: Hexafluorethan, ein FKW mit einem Siedepunkt von −78,2 °C.

Für die Zerstörung der Ozonschicht ist das Tatsächlich nur das Chlor verantwortlich, daher ist der Austausch der FCKWs durch FKWs tatsächlich ein großer Fortschritt für die Atmosphäre und damit für uns alle. Das Problem ist aber: FKWs sind Treibhausgase und reihen sich damit in eine andere Klasse der Klimaschädlinge ein.

Zusätzlich ist die Frage nach ihrer Schädlichkeit auf Organismen immer noch nicht geklärt. So lange werden auch FKWs in die Umwelt gebracht, die keine Gase sind. Die Folgen dieser Substanzen, die auch polyfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC) genannt werden, spürt gerade die Gemeinde Rastatt in Mittelbaden.

Treibhausgase: Mehr als nur CO2

Das Klimaabkommen von Kyoto aus dem Jahr 1997 listet ein halbes Dutzend reglementierte Treibhausgase auf: Neben dem berüchtigten Kohlendioxid, sind auch Methan, Stickstoffdioxid (Lachgas), Fluorkohlenwasserstoffe, Schwefelhexafluorid und seit 2012 auch Stickstofftrifluorid bedeutende Treibhausgase. Und diese „unbekannteren Klimakiller“ sind oft wesentlich schädlicher als das Kohlendioxid um das sich sich die Regierungen der Welt seit Jahrzehnten streiten.

Bild: Kim Hansen [CC BY-SA 3.0] / Wikimedia Commons
Motoren sind die größten Klimakiller? Falsch gedacht. Bild: Kim Hansen [CC BY-SA 3.0] / Wikimedia Commons
Methan beispielsweise hat ein Treibhauspotential das 28 mal höher ist als das von CO2 und gilt mit einem Anteil von 51 % allein aus der Tierzucht als Hauptbestandteil der Treibhausgase. Gleichzeitig wurde in diesem Monat bekannt, dass der Methananteil aus fossilen Quellen wie z.B. Erdgas doppelt so hoch ist als bisher gedacht.

Im Gegensatz dazu sind FKWs mengenmäßig deutlich in der Unterzahl, allerdings sind sie etwa 10.000-mal stärkere Treibhausgase als CO2. Damit sind sie genauso schädlich wie die FCKWs die sie ersetzen – nur eben dass sie nicht noch zusätzlich die Ozonschicht abbauen.

 

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