So wird die Halloween-Party unheimlich!

Bild: Radka Schöne / pixelio.de

Was bietet sich mehr an für eine gruselige Halloween-Party als einfach und beeindruckende Effekte aus der Chemie? Mit Haushaltsmitteln kann man sehr einfach unter den Gästen für Erstaunen sorgen – oder für gruseligen Horror, wenn ihr hinterher erzählt, dass es sich dabei um Chemie handelt!

Trockeneis-Nebel

Die besten Effekte und den meisten Spaß macht immer noch Trockeneis. Was die wenigstens wissen: Viele haben mindestens einen Trockeneis-Generator zuhause herumstehen. Alles was man braucht, ist ein Kohlendioxid-Feuerlöscher, ein Kissenbezug, Handschuhe und eine Schutzbrille. Und es ist eine hervorragende Gelegenheit, das Ablaufdatum der Feuerlöscher im Haushalt zu überprüfen. Ersetzt werden sollten sie nach dem Benutzen in jedem Fall. Das Ganze sieht etwa so aus, wie der Science Buster Florian Freistetter vorführt:

Wenn das Trockeneis einmal da ist, muss man es nur in lauwarmes Wasser legen, und schon hat man eine Nebelmaschine! Durch das warme Wasser wird das feste Kohlendioxid gasförmig. Es ist aber noch so kalt, dass es kondensiertes Wasser mit sich trägt: Es breitet sich ein Bodennebel aus. Mit etwas Spülmittel kann man zusätzlich noch sehr schöne Effekte zaubern:

Wer es „handlicher“ mag, kann den Nebel auch einfach in Seifenblasen abfüllen:

Bunte Flammen

Wer noch schnell auf dem Weg in die Apotheke ist, um sich mit Kopfschmerzmitteln für den Tag nach der Party einzudecken, sollte auf jeden Fall nach Borsäure und Methanol fragen! Wenn die Apotheke Borsäure verfügbar hat, sollte auch Methanol auf Lager sein. Aber Hand-Desinfektionsmittel und Brennspiritus gehen auch.

Warum ihr Borsäure und Methanol so dringend braucht: Die Mischung brennt grün! Streut dazu etwas Borsäure in einen feuerfesten Behälter und giesst das Methanol darüber. Das Ganze zündet ihr mit einem Stabfeuerzeug an. Wem das nicht reicht, der kann auch mit Ethanol und den Salzen im Fleisch eines Halloween-Kürbisses das Feuer etwas „farbenfroher“ machen (Habt unbedingt einen Feuerlöscher griffbereit und macht das nicht wenn ihr alleine seid!):

Kunstblut

Was wäre ein Halloween-Outfit oder eine Party-Deko ohne Unmengen von Blut? Mit etwas Lebensmittelfarbe, Maissirup und Soßenbinder könnt ihr in wenigen Minuten mehrere Liter unechtes Blut machen. Und weil es ess- bzw. trinkbar ist, könnt ihr eure Gäste einfach mit einem Glas Blut empfangen. Die Vampire und Zombies werden es lieben!

Wenn ihr keine Lebensmittelfarbe verfügbar habt, geht auch Rote-Beete-Saft, oder Tomatenmark. Wichtig ist nicht nur die dunkle rote Farbe, auch die Konsistenz. Etwas Soßenbinder oder Stärke gehört deshalb immer mit dazu. Das Ganze sieht dann so aus:

Wenn dabei etwas daneben geht, ist es einfach eine authentische Dekoration für den Abend.

Hexenwarzen

Süßes oder Saures? Backpulver sieht genauso aus wie Puderzucker, schmeckt aber leicht salzig und sauer. Und das beste: Es prickelt auf der Zunge! Wälzt einfach kleine Leckereien in Backpulver und präsentiert sie euren Gästen. Wenn das Pulver sich im Mund auflöst, reagieren die Komponenten des Backpulvers (Natron und Säure) miteinander, und es bildet sich Kohlendioxid. Kurz gesagt: Man hat Sprudelwasser im Mund.

Wenn ihr Muffins backt, bestreut einfach ein paar von ihnen damit und mischt sie unter die süßen Küchlein. Aber auch Schokokugeln und Bonbons eignen sich hervorragend für diesen kleinen und ungefährlichen Streich.

Rosinen mit Backpulver
Igitt: Diese in Backpulver gewälzten Rosinen bizzeln im Mund – und sind dabei absolut harmlos. Als „Hexenwarzen“ können sie der Renner auf eurer Party sein!

Unheimliche Wissenschaft

Wissenschaft und Halloween gehen nicht deswegen Hand in Hand, weil sich viele vor dem Unterricht gruseln, sondern weil Wissenschaft immer die Grenzen des Vertrauten überschreitet. Dadurch lassen sich gerade mit der Chemie Effekte erzeugen, die buchstäblich unheimlich sind: Die wabernden Nebel, seltsamen Flammen und kitzelnden Süßigkeiten bei eurer Halloween-Party sind nämlich alle echt!


Danke an Beate für den Vorschlag und die gute Idee mit dem Backpulver! Ich finde die prickelnden Rosinen jedenfalls lecker.

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