Tausende Schneegänse sterben in giftigem See

Schneegänse
Bild: U.S. Fish and Wildlife Service Headquarters [CC BY 2.0] / Wikimedia Commons

Auf ihrem Weg von Kanada in den Südwesten der USA wurde tausenden Schneegänsen ein Zwischenstopp in einem See voll giftigem Abwasser zum Verhängnis. Der See im ehemaligen Kupfertagebau „Berkeley Pit“ enthält neben Schwermetallen wie Arsen, Cadmium und Zink auch 120 Millionen Kubikmeter Schwefelsäure. Der pH-Wert des Wassers liegt bei 2,5.

Todesfalle für Zugvögel

Der Tagebausee der stillgelegten Berkeley Pit bleibt eine giftige Falle. Bild: Cybergrl23 [CC BY-SA 3.0] / Wikimedia Commons
Der Tagebausee der stillgelegten Berkeley Pit bleibt eine giftige Falle. Bild: Cybergrl23 [CC BY-SA 3.0] / Wikimedia Commons
Die Kupfermine wurde von 1881 bis 1982 betrieben. Als mit der Stilllegung des Bergwerks die Grundwasserpumpen abgeschaltet wurden, füllte sich der Tagebau mit Wasser. Das Problem ist das Mineral Pyrit, auch bekannt als Katzengold (FeS2), das durch Bakterien zu Schwefelsäure (H2SO4) verdaut wird. Die Schwefelsäure wiederum löst die im Gestein enthaltenen Schwermetalle.

Es ist nicht das erste Mal, dass in diesem giftigen Gebräu Zugvögel sterben. Bereits 1995 kamen dort 324 Schneegänse um. Die Betreiberfirma des Bergwerks ging zuerst von einer Bakterieninfektion der Vögel aus, verursacht durch verdorbenes Getreide.

Niemand will verantwortlich sein

Tausende Zugvögel starben in diesem giftigen Wasser. Bild: Kolopres[CC-BY-SA-3.0] / Wikimedia Commons
Tausende Zugvögel starben in diesem giftigen Wasser. Bild: Kolopres [CC-BY-SA-3.0] / Wikimedia Commons
Ganz offensichtlich hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht allzu viel getan. Die Betreiberfirma versuchte zwar, die Vögel mit Gewehrschüssen und Alarmsignalen zu vertreiben, jedoch erfolglos. Selbst einem „Goosinator“ getauften Boot – quasi eine schwimmende Vogelscheuche – versagten in der Winterkälte die Batterien.

Den See entgiften will offenbar niemand. Die verantwortliche Firma scheut offenbar die horrenden Ausgaben, und der Bundesstaat Montana sieht sich nicht in der Verantwortung, den Umweltschaden zu beheben, für den das Unternehmen ganz offenbar verantwortlich ist.

Bis dahin bleibt der See aus schwermetallhaltiger Schwefelsäure wohl weiter eine Todesfalle für die tausenden Zugvögel, die jedes Jahr das Gebiet überfliegen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen