Kinder fragen: Warum stellt man nicht einfach Wasser her?

Wüste
Bild: Moyan Brenn [CC BY 2.0] / flickr

Martin (9 Jahre) aus Leipzig fragt: Überall auf der Welt gibt es Orte, wo das Wasser knapp ist oder es gar kein Wasser gibt. Aber, das ist doch ganz einfach herzustellen. Man muss doch nur Wasserstoff und Sauerstoff zusammentun. Warum macht das keiner?


Du hast recht, Martin: Wasser hat die Formel H2O. Man kann es deshalb wirklich sehr einfach herstellen, in dem man zwei Teile Wasserstoff und einen Teil Sauerstoff zusammentut. Das wird auch gemacht, aber vor allem um an die Energie zu kommen, die dabei frei wird.

Wasserstoff kann explodieren

Leider gibt es dabei ein paar Probleme: Wenn man Wasserstoff und Sauerstoff zusammentut, nennt man die Mischung „Knallgas“. Warum das so heißt, zeigt dieses Video:

Die Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff ist eine Verbrennung. Wenn man Wasserstoff mit Sauerstoff mischt und dann anzündet, verbrennt der Wasserstoff so schnell, dass es eine Explosion gibt. Dabei entsteht aber wirklich Wasser.

Man braucht Erdöl – oder eben Wasser

Das zweite Problem ist, dass man nicht so einfach an den Wasserstoff kommt. Sauerstoff gibt es natürlich genug in der Luft, aber Wasserstoff zum Glück nicht. Sonst würde ja buchstäblich „die Luft brennen“.

Eine Erdölraffinerie, die man auch braucht, um Wasserstoff herzustellen. Bild: Svdmolen [<a href="https://creativecommons.org/licenses/sa/1.0/deed.de" target="_blank">CC SA 1.0</a>] / Wikimedia Commons
Wasserstoff wird oft aus Erdöl in großen Fabriken hergestellt. Bild: Svdmolen [CC SA 1.0] / Wikimedia Commons
Es gibt zwei Methoden, an Wasserstoff zu kommen:  Eine Methode ist, Erdgas oder Erdöl chemisch in Wasserstoff umzuwandeln. Das wird auch in Fabriken gemacht, aber das ist ziemlich schlecht für die Umwelt. Und Erdgas und Öl sind irgendwann auch einmal alle. Man kann aber auch Wasser chemisch spalten denn es enthält ja auch Wasserstoff. Dazu braucht man aber Energie und natürlich muss man das Wasser auch erst einmal haben. An Orten, wo es kein Wasser oder nur wenig Wasser gibt, funktioniert das also leider nicht.

Es gibt schon Autos, die Wasser machen

Der Toyota Mirai fährt mit Wasserstoff. Bild: Maskrosen [CC BY-SA 4.0] / Wikimedia Commons
Wissenschaftler und Techniker versuchen schon seit vielen Jahren, Autos zu bauen, die mit Wasserstoff angetrieben werden. Solche Autos würden die Umwelt nicht mehr verschmutzen, weil aus dem Auspuff dann nur noch sauberer Wasserdampf käme.

Solche Wasserstoff-Autos gibt es schon, aber sie haben die gleichen Probleme: Man braucht viel Energie um an das Wasserstoff-Gas zu kommen, und man braucht zusätzlich auch noch Erdgas, Öl oder Wasser. Der Wasserstoff funktioniert damit ein bisschen wie eine Batterie: Man steckt Energie hinein um ihn herzustellen und holt die Energie wieder heraus wenn man ihn verbrennt.

Zu sauber zum Trinken!

Es gibt aber noch ein anderes Problem: Das Wasser, das man durch Wasserstoff und Sauerstoff bekommt, ist zu sauber um es zu trinken! Unser Körper braucht nicht nur H2O, sondern auch Salze und Mineralstoffe. In dem Wasser, das wir normalerweise trinken, sind diese Stoffe immer mit enthalten. Aber reines Wasser, wie man es für Dampf-Bügeleisen kaufen kann, ist ungesund und darf nicht getrunken werden.

Die Idee, Wasser dort herzustellen wo es dringend gebraucht wird, kann man also leider nur sehr schwer umsetzen. Und selbst wenn man Wasser in die Trockenen Regionen fährt, ist das sehr aufwändig. Vor einigen Jahren gab es die Idee, zum Beispiel einen Eisberg aus den Polargebieten mit Schiffen nach Afrika zu schleppen. Aber das wurde bisher nicht gemacht, vor allem weil Eisberge zu schwer sind und dann auch zu viel Eis auf der langen Fahrt durch das warme Wasser wegschmelzen würde. Die beste Möglichkeit ist deshalb, in den trockenen Gebieten sehr tiefe Brunnen zu bohren.

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