Forscher entzaubern „Magic Mushrooms“

Bild: Lightworkerpeace [CC BY-SA 3.0] / Wikimedia Commons

Der Schweizer Chemiker Albert Hofmann entdeckte nicht nur das LSD, sondern isolierte auch den Wirkstoff der „Magic Mushrooms“, Psilocybin. Fast 60 Jahre später haben Wissenschaftler nun herausgefunden, wie die Pilze diese wirkungsvolle Substanz herstellen. Damit könnte der Weg für die medizinische Nutzung der Droge geebnet sein.

Gen-Code der Zauberpilze entschlüsselt

Die „Magic Mushrooms“ produzieren den Wirkstoff Psilocybin in vier Teilschritten.

Die Forschergruppe um Prof. Dirk Hoffmeister von der Universität Jena und dem Hans-Knöll-Institut entdeckte, dass der Wirkstoff von insgesamt vier unterschiedlichen Enzymen hergestellt wird, die in Pilzen der Gattung Psilocybe vorhanden sind.

Den Wissenschaftlern gelang es, die Gene im Pilz-Erbgut ausfindig zu machen, die die „Baupläne“ dieser Enzyme enthalten. Anschließend schrieben sie diese Informationen in das Erbgut von Bakterien des Typs Escherichia coli ein. Diese produzierten daraufhin das jeweilige Enzym, das die Chemiker nun genau untersuchen konnten.

Wie das Team in der Fachzeitschrift Angewandte Chemie berichtet, läuft der Weg zum Psilocybin in einer anderen Reihenfolge ab, als bisher vermutet wurde.

Der Durchbruch für die kommerzielle Anwendung?

Für die Pharmaindustrie ist diese Forschung besonders interessant, denn sie kann damit den Wirkstoff in großen Mengen und in hoher Reinheit herstellen. Das Problem bei den psychoaktiven Pilzen ist nämlich das gleiche wie bei vielen natürlichen Rauschmitteln: Man weiß nie genau, wieviel Wirkstoff sie enthalten und riskiert dadurch schnell eine Überdosierung.

„Hierzulande sind Magic Mushrooms zwar hauptsächlich als Freizeitdroge bekannt und haben dementsprechend ein zweifelhaftes Image. Doch das pharmazeutische Interesse an deren Wirkstoff Psilocybin nimmt gegenwärtig zu“, erklärte Prof. Hoffmeister in einer Pressemitteilung. Dabei wies er auf erste  klinische Studien mit dem Wirkstoff Psilocybin hin. Danach gibt es erste Hinweise darauf, dass die Substanz in geringer Dosis die Angst von Patienten mit lebensbedrohlichem Krebs reduziert. Ebenso gibt es Hinweise, dass die Substanz zur Behandlung von Depressionen genutzt werden kann.

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