Kokosöl ist nicht gesund

Bild: Alex Masters [CC BY-NC-ND 2.0] / flickr.com

Das weiße, aromatische Fett der Kokosnuss liegt voll im Trend. Es gilt als antimikrobiell, antiviral und antimykotisch. Andere Quellen, wie die kontrovers diskutierte Website Zentrum der Gesundheit, gehen noch einen Schritt weiter und preisen das Fett für die Behandlung von Krebserkrankungen, Demenz oder Arteriosklerose an. Nur leider ist Kokosöl nicht gesund. Es ist Fett.

Pflanzenfett mit Kokosnote

Die American Heart Association warnt in einer aktuellen Stellungnahme zu Nahrungsfetten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen davor, Kokosöl als „gesund“ zu betrachten. Wie jedes feste Fett enthält auch Kokosöl überwiegend gesättigte Fettsäuren, die den Anteil an „schlechtem“ LDL-Cholesterin im Blut erhöhen. LDL-Cholesterin ist eine der Hauptursachen für Arteriosklerose.

Mit einem Anteil von 82 Prozent gesättigter Fettsäuren steht Kokosöl seinem chemischen Verwandten, dem Palmöl, in nichts nach. Ihr Anteil an den Cholesterinspiegel-steigernden Fettsäuren ist sogar höher als der in Butter (63 Prozent), Rindertalg (50 Prozent) oder Schweineschmalz (39 Prozent). Und auch der Energiegehalt ist hoch: Mit etwa 900 Kilokalorien pro 100 Gramm ist Kokosöl sogar um ein Fünftel energiereicher als Butter.

Kokosöl besteht aus Fett, sieht aus wie Fett und verhält sich wie Fett. Bild: Friman [Public domain] / Wikimedia Commons
Kokosöl besteht aus Fett, sieht aus wie Fett und verhält sich wie Fett. Bild: Friman [Public domain] / Wikimedia Commons
Dass gesättigte Fettsäuren auch dann nicht gesund sind, wenn sie aus Kokosöl stammen, beschreiben die Autoren um Medizinprofessor Frank Sacks von der Universität Havard anhand einer Übersichtsstudie. Sie berichten unter anderem von sieben verschieden Studien, die die Auswirkung von Kokosöl auf den LDL-Cholesterinspiegel untersuchten. In allen sieben Studien wurde beobachtet, dass Kokosöl den LDL-Cholesterinspiegel deutlich stärker erhöhte als Öle mit ungesättigten Fettsäuren es taten. Die ungesunde Wirkung des Kokosöls auf den Cholesterinspiegel war jedoch geringer als die von Butter.

Bringt Kokosöl wirklich keine Vorteile?

Die Autoren der Stellungnahme schlussfolgern, dass Kokosöl den LDL-Cholesterinspiegel erhöht und keinerlei gesundheitsfördernde Effekte hat. Daher raten sie auch davon ab, Kokosöl zu verwenden. Woher kommen aber die vielen Argumente, die das Cholesterin-steigernde Fett als Wundermittel gegen nahezu alles empfehlen?

Wie jedes Fett ist auch Kokosöl ein Geschmacksträger, kann hoch erhitzt werden und lässt sich gut lagern. Damit bietet Kokosöl die gleichen Vorteile wie Palmöl, hat aber keinen so schlechten Ruf. Studien, nach denen fettleibige Personen schneller abnehmen wenn sie bestimmte gesättigte Fettsäuren essen, wie sie auch im Kokosfett vorkommen, müssen sich allerdings den Vorwurf des „P-Hackings“ gefallen lassen.

Offenbar helfen mittelkettige Fettsäuren (MCT), wie sie im Kokosöl vorkommen, nur exakt zwischen der vierten und achten Woche der Diät. Davor und danach ist der Gewichtsverlust fast identisch zur Diät, die stattdessen langkettige Fettsäuren (LCT) enthält. Bei nur 26, bzw. 30 Probanden in den beiden Gruppen kann das natürlich auch Zufall sein. Bild: Hiroaki Tsuji et al., J. Nutr., 2001 (131:11) 2853-2859

Auch die Behauptung, Kokosöl würde gegen Bakterien, Viren und Pilze wirken, ist irreführend. Im Körper wird das weiße Fett aus den Kokosnüssen tatsächlich in Monolaurin umgewandelt, das in der Petrischale gegen Viren und Mikroben wirkt. Es könnte durchaus sein, dass es das auch im menschlichen Körper macht und dort gegen Krankheitserreger wirkt. Das ist aber reine Spekulation, nachgewiesen ist nichts davon.

Dass die Bewohner der Südsee sich traditionell keine Gedanken um Diabetes, Alzheimer oder Arteriosklerose machen mussten, liegt vielleicht nicht an dem guten Zugang zu Kokosnüssen. Vielmehr kann es sein, dass die Menschen ohne medizinische Versorgung schlicht eine geringere Lebenserwartung hatten.

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15 Kommentare

  1. Ich würde eher sagen, dass das Kokosöl sehr gesund ist. Alles hängt davon ab, bei wem man Kokosöl kauft. Ich bestelle es immer hier https://biooil24.de Hier gibt es sowohl konventionelles, als auch BIO Kokosöl und beide sind Naturprodukte ohne Konservierungsstoffe. Ausserdem wurde Kokosöl durch Dr Budwig empfohlen.

    • Hallo Sabine, danke für den Produkthinweis. Man kann Kokosöl natürlich auch in jedem Supermarkt kaufen. Wie du schon richtig sagst, unterscheiden sich die beiden Naturprodukte in ihren Inhaltsstoffen nicht. Für unseren Körper macht es daher keinen Unterschied, ob wir biologisch oder konventionell erzeugtes Fett essen.

      Welche genauen Gründe sprechen dafür, dass du eher sagen würdest, Kokosöl sei „sehr gesund“? Wie gesund genau ist „sehr gesund“ für dich? Der Anteil an gesättigten, Cholesterin-bildenden Fettsäuren im Kokosfett ist doppelt so hoch wie in Rindertalg. Würdest du daher auch sagen, dass Rindertalg daher noch gesünder als Kokosfett wäre?

      Beste Grüße,
      Marco

  2. Bei Kokosöl gilt es wie bei allem anderen, in Maßen genießen. Zu viel von dem Öl ist ungesund wie du schon schreibst. Allerdings sind die Inhaltsstoffe in Kokosöl anders und gesünder wie in anderen Ölen. Daher würde ich die Aussage nicht verallgemeinern das Kokosöl generell ungesund ist.

    Grüße Uli

    • Hallo Uli, vielen Dank für deinen Kommentar und entschuldige bitte meine verspätete Antwort.

      Du hast völlig recht, dass auch Kokosöl in Maßen konsumiert werden muss. Diese Aussage gilt aber für so ziemlich alles. Die Inhaltsstoffe des Kokosöls unterscheiden sich auch schon deswegen von anderen Ölen, weil sie alle Naturprodukte sind.

      Das ändert aber nichts daran, dass Kokosöl zu 82 Prozent gesättigte Fettsäuren enthält und dass diese gesättigten Fettsäuren den Anteil von LDL-Cholesterin im Blut erhöhen. Damit verhält sich Kokosöl gesundheitlich wie Palmöl, bis auf dass es anders schmeckt. Kokosöl hat meines Wissens keinen gesundheitlichen Vorteil, der jemals nachgewiesen worden wäre. Dass es deswegen ungesund wäre, habe ich hoffentlich nirgendwo geschrieben. Gesund ist es deswegen aber auch nicht.

      Welche Inhaltsstoffe im Kokosöl meinst du genau, die gesünder wären als in anderen Ölen? Das Problem bei Vitaminen ist ja, dass viele nicht hitzebeständig sind. Gleichzeitig ist es sicher nicht gesund, seinen Tagesbedarf an Vitamin E dadurch zu decken, dass man mehr Fett isst.

      Viele Grüße,
      Marco

  3. Hallo Marco,

    da natives Kokosöl nicht über 40 Grad erhitzt wird, und es somit fast Rohkostqualität hat (je nach Marke) bleiben viele Inhaltsstoffe unberührt. Es gibt schon viele Studien in den USA (https://www.kokosoel.com/wissen/studien/) welche die Wirkung in verschiedenen Bereichen bestätigen. Dies ist bei fast allen anderen Ölen nicht der Fall.

    Daher könnte deine Überschrift auch lauten: Butter ist nicht gesund, Kaffee oder sonstiges 😉 Dies soll keine Kritik sein!

    Grüße

    Falea

    • Hallo Falea und danke für einen erneuten Kommentar von kokosoel.com.

      Ich habe mir ein paar der Studien angesehen, auf die du verweist. Die Quelle, die du bei den Vorteilen des „Zähneputzens“ mit Kokosöl nennst, führt leider auf eine nicht vorhandene Website.

      Die Studie, laut der mittelkettige Fettsäuren gegen Alzheimer bei Hunden helfen „kann“ (also: nicht muss), wurde an acht Hunden durchgeführt. Da ist es kein Wunder, wenn die Vertrauensbereiche der Daten so grob sind, dass irgendwelche statistischen Korrelationen auftauchen. Interessant ist auch, dass die Autoren argumentieren, dass die mittelkettigen Fettsäuren oxidativen Stress mildern und dadurch den Körper schützen. Denn die Studie die du dort nennst, laut der Kokosöl gegen Krebs wirkt, behauptet das glatte Gegenteil: Hier wird nämlich damit argumentiert, dass mittelkettige Fettsäuren oxidativen Stress auslösen und dadurch Krebszellen schädigen. Wenn das der Fall ist, erleiden logischerweise auch gesunde Körperzellen den gleichen oxidativen Stress.

      Das „Coconut Research Center“, das du dort nennst, scheint übrigens eine Briefkastenfirma zu sein. Außer Dr. Bruce Fife scheint dort niemand zu arbeiten und es gibt abgesehen vom Postfach keine exakte Adresse, an der sich dieses Center befinden soll. Dr. Fife scheint außer Ratgebern über Kokosöl auch keine einzige wissenschaftliche Arbeit verfasst zu haben. Das Wort „Research“ im Namen des CRC ist also meiner Meinung nach ziemlich weit hergeholt.

      Mit wie vielen Gravatar-Accounts betreibst du deine Website eigentlich?

      Viele Grüße,
      Marco

  4. Hallo,
    die Gefahr die vom Kokosöl ausgeht, wird von Ulrike Gonder kurz kommentiert:
    Wenn mir die Nuss auf den Kopf fällt.
    Das nur kurz zur Einleitung, aber ich denke genau so.
    Studien werden mit einer gewissen Personananzahl über einen gewissen Zeitraum durchgeführt. Würde zu einem anderen Zeitpunkt die gleiche Personenanzahl die gleichen Ergebnisse bringen ? Keiner weiss es genau.
    Man sollte vielleicht den seriösen Einzelfällen etwas mehr Aufmerksamtkeit schenken.
    Ich kann nur kurz 2 Einzelfälle schildern.
    Meine Fraut litt ca. 25 Jahre unter Schuppenflechte – hauptsächlich auf dem Kopf -. Zahlreiche Medikamente – meist mit Kortison – brachten kurze Linderung, aber die Schuppenflechte kam immer wieder. Im Nov. 2016 war fast die gesamte Kopfhaut mit Panzerschuppen bedeckt – eine immense Belastung -.Die Ärzteschaft wusste nicht weiter. Also habe ich mit Kokosöl angefangen, innerlich eher wenig, dafür äißerlich 3 x täglich. Nach ca. 3-4 Wochen haben sich die Panzerschuppen problemlos ablösen lassen. Die Anwendung wurde bis April 2017 fortgesetzt, keine Schuppen mehr. Es wurde noch sporadisch Kokosöl aufgetragen, aber seit ca. 1 Jahr nicht mehr. Die Schuppenflechte hat sich bis dato nicht wieder gezeigt. Sicher, Einzelfall und jeder Organismus reagiert – innerlich und äusserlich – anders. Kann man also nicht verallgemeinern.
    Meine Beschwerden bezogen sich auf Achillessehne – halber Anriss mit starker Fersenverformung – Meniskus und Arthrose an beiden Handgelenken.
    Ich fing an zu probieren – ca. 3 Jahre her – Kokosöl, Kurkuma u. schwarzer Pfeffer. Einzelfall bitte nicht verallgemeinern. Habe keinerlei Beschwerden mehr und die waren teilweise mehr als heftig.
    Fazit: Einfach mals probieren.
    Gruß

    Friedrich

    • Hallo Friedrich und danke für deinen Erfahrungsbericht. Ich freue mich, dass du die Schuppenflechte los bist. Wie du selbst sagst, ist es schwierig, aus Einzelfällen auf irgendetwas zu schließen. Warst du nebenher weiter in Behandlung? Kennst du andere Fälle von Leuten, denen es ähnlich ging? Kennst du eine mögliche Ursache, durch die ausgerechnet Kokosöl Schuppenflechte bekämpfen können soll? Hast du vorher andere Alternativen probiert (Palmöl? Kräuter?) und wie lange hast du dazwischen gewartet, damit mögliche Effekte vorher abklingen und nicht unbemerkt miteinander wechselwirken? Könnte die Erkrankung tatsächlich von allein abgeheilt sein?

      Was deine Frage angeht: Um zu wissen, ob die gleiche Studie zu einem anderen Zeitpunkt die gleichen Ergebnisse bringt, muss man das eben herausfinden – also die Studie wiederholen. Das ist sogar sehr wichtig und eines der größten Probleme der Wissenschaft derzeit. Es gab dazu erst gestern einen großen Bericht auf ZEIT Online (https://www.zeit.de/2018/36/fachzeitschriften-studien-empathie-lesen). Gerade in der Chemie gibt es auch das Problem, dass oft Experimente veröffentlicht werden, die nicht oder nur kaum von anderen wiederholt werden können. Wie du selbst sagst, nur weil etwas einmal beobachtet wurde, muss es noch nicht viel heißen. Am wertvollsten sind daher Ergebnisse, die erfolgreich wiederholt werden konnten, denn die besitzen die stärkste Evidenz.

      Was Kokosöl angeht, ist es vor allem eines: Fett. Gerade für trockene Haut ist es daher gut, weil es wie eine fettige Creme wirkt. Als Gift kann man es meiner Meinung nach auch wirklich nicht bezeichnen. Es ist aber auch kein Heilmittel, weil keine arzneiliche Wirkung nachgewiesen wurde. Dafür ist es in jedem Fall ein Pflegemittel für Haut und Haare, denn es ist ein Pflanzenfett und hat obendrein einem angenehmen Geruch.

      Viele Grüße,
      Marco

      • Hallo Marco,
        danke für Deine Rückmeldung. Die Schuppenflechte betraf meine Frau, ich hatte andere Beschwerden.Ärztliche Behandlungen wurden nicht weiter durchgeführt, da die Empfehlung immer in Richtung Kortison ging und Heilungschancen nicht ausgesprochen wurden. Probiert wurde Soderm plus u. Linola Fett. Soderm plus brachte kurzfristige Besserung, Schuppenflechte kam aber wieder. Linola Fett brachte kaum etwas, mehr wurde nicht probiert. Es wurde ca. 10 Tage gewartet, dann habe ich erst recht zögerlich mit Kokosöl angefangen – die Skepsis meiner Frau war groß -dann – wie schon erwähnt im Nov. 2016 sehr intensiv.
        Einzelfälle kenne ich nur aus dem Netz, mal pro mal contra – wirkt eben nicht bei jedem. Aus meinem Umfeld sind mir keine Fälle bekannt, da werden Informationen in dieser Richtung meist ignoriert.
        Was noch interessant ist: Meine Frau war zwischendurch – Februar 2017 – im Krankenhaus – nicht wegen der Schuppenflechte -. Ich habe dort auch weiterhin das Kokosöl angewandt, wurde gefragt was ich da mache, habe auf Kokosöl hingewiesen. Mir wurde mitgeteilt, in 2 Tagen kommt der Dermatologe, mal sehen was der dazuz sagt. Nach 3 Tagen war ich wieder im Krankenahsu und habe mich erkundigt, was denn der Dermatologe bei Schuppenflechte empfielt.
        Die Anwort war – KOKOSÖL – Leider hatte ich keinen Kontakt und auch keinen Namen des Dermatologen. Kokosöl scheint ja doch eine positive Wirkung auf entzündliche Vorgänge zu haben, wie und warum muss wohl noch geklärt werden.
        Bin auf einen Bericht gestossen, wo Forscher der University of Adelaide – im Laborversuch – Darmkrebsbakterien mit Laurinsäure konmfrontiert haben, angeblich sollen innerhalb von 2 Tagen 92% der Krebsbakterien vernichtet worden sein. Wurde im Cancer Research veröffentlicht.
        Viel Grüße
        Friedrich

        • Hallo Friedrich, danke für die näheren Erkärungen. „Wirkt nicht bei jedem“ ist ein Satz, der mich schnell stutzig macht. Diese Aussage wird sehr oft von Scharlatanen benutzt, wenn Patient*innen keine Wirkung erfahren. Damit will ich natürlich nicht abstreiten, dass deine Frau ihre Schuppenflechte endlich losgeworden ist. Ich würde diese Erfahrungsberichte als Hinweise sehen, das tatsächlich mal wissenschaftlich zu untersuchen. Im besten Fall weiß man dann, gegen welche genauen Hautkrankheiten in wie vielen Fällen Kokosöl tatsächlich hilft und wie Kokosöl gegenüber anderen Fetten abschneidet. Richtig stichfest wird es, wenn diese Studie wiederholt wird und zum selben Ergebnis kommt. Ich fände es super, wenn das passiert, denn dann kann man auch herausfinden, was genau das Kokosöl macht. So lange ist alles aber eben Spekulation und viel Hörensagen. Wie gesagt, es ist toll, dass die Schuppenflechte weg ist. Ob es wirklich das Kokosöl war, kann man aber noch nicht sagen.

          Was genau meinst du mit „Krebsbakterien“? Krebs ist eine Erkrankung, bei der die eigenen Körperzellen böartig wuchern, mit Bakterien hat das wenig zu tun. Falls du solche Krebszellen meinst (was ich vermute), kann es gut sein, dass Laurinsäure die zu 92 Prozent abtötet. Das Problem ist aber, dass das Kokosöl das wir essen, verdaut wird. Ich nehme stark an, dass duchaus ein hoher Teil Laurinsäure den Darm erreicht, aber ich bezweifle, dass es Darmkrebszellen nennenswert beeinflusst. Es klingt auch so, als müsste man tagelang kiloweise Kokosöl essen, um die Krebszellen auch nur irgendwie zu beeinflussen. So vielversprechend es klingt: Solche Erkenntnisse werden leider oft auch missbraucht, um zu suggerieren, dass Kokosöl Krebs bekämpfen würde. So verkaufen Händler überteuertes Kokosöl an verzweifelte Menschen und die Betroffenen riskieren ihr Leben, wenn sie zu spät eine wirksame Therapie machen.

          Die Natur bietet eine ungeheure Quelle an Wirkstoffen, von denen wir erst einen Bruchteil kennen. Ich persönlich glaube aber nicht an Wundermittel und finde viele Heilsversprechen eher gefährlich. Deshalb hat die Medizin auch so einen schlechten Ruf: Weil man dort mit offenen Karten spielt, muss auch über Nebenwirkungen und Risiken informiert werden. Wie beängstigend das ist, weiß ich aus eigener Erfahrung. Aber dafür schätze ich es, ehrlich auf Basis des vorhandenen Wissens aufgeklärt zu werden 🙂

          Liebe Grüße,
          Marco

          • Hallo Marco,
            wirkt nicht bei jedem wurde von mir nur eingefügt, weil im Netz viel pro u. contra existiert, bei dem einen wirkt es, bei dem anderen keine Reaktion.
            Der Bericht – Zeit online – hochinteressant.
            Um das Thema Kokosöl abzuschliessen muss ich noch kurz Kurkuma ins Spiel bringen.
            Hatte schon erwähnt, starke Probleme in der Ferse – alte Fussballverletzung-. Hatte über Jahre stark geschwollenen Knöchel mit mal mehr mal weniger Schmerzen. Wurde ins Krankenhaus, zum röntgen- geschickt. Diagnose: Sofort operieren. Das Röntgenbild zeigte einen genialen Hackenschuss, Ferse nach vorne verschoben etc. OP kommt bei mir nicht in frage. Über die Jahre hat es sich dann hochgeschaukelt und die Ferse wurde so druckempfindlich, daß ich am Schuh die Ferse rausschneiden musste. Was tun ?
            Kurkuma soll Entzündungen entgegenwirken, ist aber nur in Öl löslich und schwarzer Pfeffer – in diesem Falle Pippali – soll die Wirkung steigern. Jetzt kam meine Laienhafte Überlegung:
            1 gter Teelöffel Kurkuma, knapp 2 Esslöffel Kokosöl und eine Prise Pippali. Habe es erhitzt und getrunken – schmeckt nicht gerade nach Vanille-. So, abwarten was passiert – habe es täglich getrunken-. habe keine Wunder erwartet, wollte nur probieren. Also weiter bei jedem Wetter mit dem Hund gegangen, immer schön vorsichtig um nicht umzuknicken. Nach ca. 3 Wochen vorsichtigem Gehen merkte ich plötzlich, der Schmerz in der Ferse war verschwunden und der Knöchel nicht mehr so geschwollen, also weitermachen, aber nur alle 2 Tage.
            Es müssen 2 Monate vergangen sein, Schmerz in der Ferse verschwunden, Knöchel nur noch minimal dick, Kann wieder jeden Schuh anziehen und knicke nicht mehr um. Benutze Kurkuma u. Kokosöl immer noch, nur in anderer Zusammensetzung. Habe weder Medikamente genommen noch wurde sonst irgeneine Behandlung durchgeführt. Da ich – wie Du – auch nicht an Wundermittel glaube war ich ziemlich perplex.
            Aber so ist es nun mal abgelaufen und funktioniert immer noch.
            Was ist da passiert ? Ich komme nur zu dem Ergebnis, dß muss Kurkuma, Kokosöl u. Pfeffer bewirt haben, vielleicht im Zusammenspiel mit dem Immunsystem.
            Wie schätzt Du diese Sache ein, würde mich brennend interessieren. Danach ist auch Schluss mit Kokosöl.
            Danke
            Beste Grüße

            Friedrich

          • Hallo Friedrich, bei den Fußproblemen würde es mich stark wundern, dass ausgerechnet Kurkuma mit Öl und Pfeffer die Füße überzeugt hat, jetzt abzuschwellen. An dieser Stelle muss ich aus eigener Erfahrung berichten, ich hatte von April bis Juni stark geschwollene Füße hatte, ohne zu wissen wieso. Zur Linderung bekam ich entzündunghemmende Schmerzmittel, also quasi das was der Wirkstoff im Kurkuma macht. Nur eben in dreifacher Menge dessen, was man ohne Rezept in der Apotheke erhält. Manche würden das als „chemische Keule“ bezeichnen. Der Vorteil ist, dass man von Diclofenac eindeutig weiß, dass es wirkt und wie es wirkt. Als die Nebenwirkungen mit der Zeit unangenehm wurden, habe ich das Medikament mit Absprache des Arztes abgesetzt. Danach waren die Schmerzen zwar deutlich größer, die Schwellung war aber unverändert. Dafür wurde es nach ingesamt 2-3 Monaten plötzlich besser. Inzwischen weiß ich auch, was für eine Erkrankung es ist und dass sie in Regel auch von allein verschwindet. Ich hätte in dieser Zeit jeden Tag einen Esslöffel Kokosöl/Balsamicoessig/Zucker essen können oder zur Heiligen Jungfrau Maria beten, dann hätte ich vermutlich gedacht, dass dadurch die Heilung eingetreten wäre. In meinem Fall weiß man aber, dass es nach einigen Monaten ganz von allein weggeht. In deinem Fall würde ich fast vermuten, dass etwas ähnliches passiert sein könnte. Du hast neben der Behandlung offenbar mit vorsichtigem Gehen begonnen, so wie ich dich verstehe. Aus meinem eigenen Fall weiß ich, dass genau das bei dicken Füßen sehr wichtig ist, damit sie in Bewegung bleiben. Allerdings bin ich kein Arzt und kann da nur wild spekulieren.

            Ich weiß aber, dass wir als Menschen stark dazu neigen, zwischen allen möglichen Sachen Verbindungen zu ziehen, auch wenn nicht unbedingt welche da sind. Deswegen gibt es zum Beispiel den Mythos, dass der Klapperstorch etwas mit Babys zu tun hat: Denn im Frühjahr gibt es auf dem Land viele Störche, gleichzeitig werden viele Kinder geboren. Dazu kommt, dass wenn man sich mit einem Thema beschäftigt, man auch dazu neigt, es verstärkt im Umfeld wahrzunehmen. Wer also daran glaubt, dass der Klapperstorch die Babies bringt, dem werden Störche eher auffallen als Leuten, denen das egal ist.

            Das Schwierige mit der eigenen Gesundheit ist, dass man da nicht objektiv sein kann. Man steckt ja immer in sich drin. Deswegen sind Aussagen wie „aber mir hat es geholfen“ auch so mit Vorsicht zu genießen. Ich frage mich heute noch, was gewesen wäre wenn meine Erkrankungen verschwunden wäre, ohne dass ich eine genaue Diagnose bekommen hätte.

            Viele Grüße,
            Marco

  5. Hallo Marco. Also ich habe mit Kokosöl nur gute Erfahrungen gemacht und mein ganzer Bekanntenkreis auch. Ich rede hier persönlich von kaltgepresstem Kokosöl und nicht von gehärtetem Kokosfett. Das sind Unterschiede wie Tag und Nacht! Durch meine Schilddrüsenunterfunktion habe ich schon immer Cholesterinwerte jenseits von Gut und Böse gehabt. Zuletzt Gesamtcholesterin über 450. Triglyceride auch oberhalb der Referenz. Mein Arzt bedrängte mich mit Cholesterinsenker, aber ich wollte mich nicht in einen Teufelskreis von Big Pharma begeben. Seit nun mehr als 6 Jahren lutsche ich täglich mindestens 5 gehäufte Esslöffel Kokosöl von Dr.xxxxx. ein halbes Jahr danach war mein Cholesterinindex (Ratio) bei 1:1!!! HDL liegt nun überhalb der Referenz wie es theoretisch nur bei Inuiten vorkommt , LDL im untersten Bereich und Triglyceride auch im niedrigsten Bereich. Die gleiche Erfahrung hat mein gesamter älterer Bekanntenkreis gemacht. Mein Doc war so fasziniert davon, dass er es an sich auch getestet hat, seine Senker absetzen konnte und nun auch seit Jahren schon Kokosöl „verordnet“ als Cholesterinsenker zu verschreiben. Das ist meine Erfahrung dazu und mein Wohlbefinden und meine Blutergebnisse sind für mich persönlich aussagekräftiger. Gegenteilige Studien dahingehend verunsichern mich schon lange nicht mehr, im Gegenteil. Habe ich schon erwähnt, dass meine Schilddrüse wieder besser arbeitet und ich dadurch sogar meine Hormone um die Hälfte bis jetzt reduzieren konnte? Kokosöl ist in meinen Augen aber nicht nur oral gesund, ich habe meine Zahncreme durch Kokosöl komplett ersetzt und seitdem kein Zahnstein mehr und kein Zahnfleischbluten. Meine professionellen Zahnreigungsintervalle konnte ich dadurch von 4 x pro Jahr auf 1x reduzieren. Bodycreme, Rasierschaum oder chemische Haarkuren wurden auch durch Kokosöl ersetzt. Mein Freund hatte auch ein übles Schuppenproblem. Dank Kokosöl gehört es auch der Vergangenheit an. Sonnencreme mit LSF? Nein danke. Mein Gott was habe ich immer für Mallorcaakne bekommen selbst mit LSF 50. Jetzt durch Kokosöl äußerlich (und Astaxanthin innerlich) kenne ich weder Hautausschläge noch Sonnenbrand…weder in Thailand, Ägypten, Griechenland in praller Mittagssonne beim klettern oder wandern. Ein Leben ohne Kokosöl kann ich mir nicht mehr vorstellen. 😉

    • Hallo Tanja, vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht!
      Ich freue mich, dass deine Schilddrüse wieder besser funktioniert und du dir damit einiges an Hormonen ersparen kannst. Das muss eine ungeheure Erleichterung sein. Hast du in der Zeit zusätzlich zum Kokosfett auch Medikamente genommen? Du schreibst ja selbst, dass du noch immer auf Hormone angewiesen bist. Dass dein HDL-Cholerestinspiegel im Bereich der Inuit liegt, ist sicher keine Überraschung für dich. Fünf Esslöffel Fett am Tag sind ja eine ganze Menge, zumal du zusätzlich wahrscheinlich auch noch ganz normal isst. Warum dabei das LDL-Cholerestin niedrig ist, kann ich natürlich nicht beantworten, denn ich bin ja kein Arzt. Vermutlich kommen da viele Ursachen in Frage, genau deshalb sind ja auch systematische Studien unter kontrollierten Bedingungen so wichtig. Ich verstehe, dass es für dich (und deinen Arzt) am wichtigsten ist, dass es dir besser geht. Die Frage, warum es dir genau wieder besser geht, ist aus wissenschaftlicher Sicht aber ungeheuer spannend, vor allem wenn man auch anderen Menschen helfen will, denen es so geht wie dir. Wenn dein Arzt das auch bei anderen Patienten beobachtet, kann es sein, dass dazu bald geforscht wird und man dann auch weiß, ob es da einen ursächlichen Zusammenhang gibt und wie er aussieht. Dann könnte man daraus gezielt neue Therapien entwickeln und damit vielleicht auch noch andere Erkrankungen behandeln. Das ist das Tolle an Forschung 🙂

      Dass dein Freund sein Schuppenproblem losgeworden ist, ist natürlich auch super. Ich hatte das Problem tatsächlich selbst auch für lange Zeit, bis mir eine Friseurin mal riet, keine silikonhaltigen Shampoos zu nehmen. Paradoxerweise reizen nämlich wohl gerade deshalb Anti-Schuppen-Shampoos die Kopfhaut und verursachen damit erst Schuppen. Ich kann mir vorstellen, dass es deinem Freund ähnlich erging wie mir. Ob er sich die Haare nun mit Kokosöl, trockenem Roggenmehl oder silikonfreiem Shampoo wäscht, sollte dabei keine Rolle spielen. Kokosöl ist vermutlich aber auch deutlich billiger als die teuren Spezial-Shampoos. Ich benutze zurzeit einfach ein hypoallergenes Shampoo, auch weil ich nicht möchte, dass meine Haare nach irgendetwas anderem als nach Haar riechen.

      Astaxanthin als „essbaren Sonnenschutz“ zu verwenden klingt spannend, ich werde mich da mal reinlesen. Ich kann mir aber vorstellen, dass nicht alle Menschen Lust haben, chemische Substanzen zu essen wenn sie in die Sonne wollen. Aber dafür gibt es ja auch genauso chemische UV-Filter, die man direkt auf die Haut auftragen kann. Ich vermute jedenfalls stark, dass der Sonnenschutz, den du erreichst nicht vom Fettfilm auf deiner Haut kommt, denn der schirmt die UV-Strahlung nicht wirklich ab. Ich glaube aber schon, dass es als fettige Creme die Haut beruhigt, wenn sie doch mal von der Sonne „geröstet“ wird. Du kannst ja mal spaßeshalber das Astaxanthin weglassen, nach ein paar Wochen Wartezeit verschiedene Fette auf verschiedenen Körperpartien benutzen und schauen ob es einen Unterschied macht. Das wäre ziemlich spannend, finde ich 🙂

      Viele Grüße,
      Marco

      • Hey Marco. Danke für deine Antwort. Andere Medikamente nehme ich nicht ein. Ich muss nur viele Nahrungsmittelergänzungen seit über 20 Jahren hochdosiert einnehmen, aufgrund einiger anderer Erkrankungen, aber auch die haben nicht zur SD Hormonreduzierung beigetragen, nur zur Remission meiner Hashimoto Antikörper was schon ein toller Erfolg war. Erst als vor Jahren das Kokosöl auf meinen täglichen Speiseplan stand, spürte ich anfangs leichte Verbesserungen meines Allgemeinzustandes. Durch tägliches Lutschen von Kokosöl konnte ich SD Hormone reduzieren,weil ich plötzlich in ÜF war.Später zusätzlich inform als täglichen Lubrikator getrunken, bekam ich zuerst meinen ständigen Unterzucker in den Griff und nach 3 Monaten meine täglichen Fressgelüste auf Süsses (hier rede ich nicht von 1 Tafel Schokolade, sondern von täglich mindestens 6 oder 6 Packungen Dickmans meistens auch 10 bis mir kotzschlecht war und das seit meiner Jugend) trotz meiner mangelhaften leider ungesunden Ernährung über Jahrzehnte war dann mein Cholesterin plötzlich super. Trotz allem hat mich vor Jahren mein Darm zu einer Ernährungsveränderung gezwungen. Leaky gut wurde diagnostiziert, was ja auch nicht von heute auf morgen kommt. Normal wie Otto Normalbürger esse ich wohl eher nicht. Seit leaky gut trinke ich früh meinen selbstgemachten Green Smoothie, mittags wechsele ich täglich von Lubrikator zu selbstfermentiertem Joghurt mit Waldbeeren und abends gibts selbstfermentiertes Gemüse als Vorspeise und danach worauf ich Lust habe, was sehr individuell gesund ausartet. Aber kein Brot, Nudeln,Pizza oder sonstiges Zeugs. Ich finde es auch spannend aus wissenschaftlicher Sicht herauszufinden, was sich „in mir“ verändert hat. Nur diese ganzen Tests darf ich jedes mal selber zahlen und ich habe zig Tausende schon ausgegeben um meine Erkrankungen wie NNS, EBV immer wieder aktiv, Dysbalance aller Steroidhormone, HPU,Fibro,chron. Borrelliose, SM Belastung, Bauchspeicheldrüsenschwäche,kompletter Status aller Mikronährstoffe, Fettsäuren und Aminos und selbst das leaky gut allein auf meinen Verdacht aufgrund meiner Beschwerden hin zu testen. Die Ärzte sind da leider noch gar nicht fit drin mit einigen Erkrankungen bzw. ist es nicht mal eine Krankheit in ihrem Katalog. Ich bin jederzeit für kostenlose Bluttests zu haben 😉 auf jeden Fall habe ich gelernt, dass der Darm der Schlüssel zur Gesundheit ist bzw. maßgeblich daran beteiligt ist. Du bist was du isst. Und wenn mein Darm jemals wieder richtig funktioniert, denke ich auch, dass ich einiges an Supplementen nicht mehr schlucken muss. Das wird sich zeigen.
        Thema Schuppen. Mein Freund benutzt nur mildes Bioshampoo ohne Silikon oder andere Zusatzstoffe, die meines Erachtens einfach nichts da drin verloren haben. Mit Saurer Rinse wurde auch wochenlang experimentiert. Kokosöl halt sofort. Ich denke, da hilft auch anderes Öl wie Olive whatever. Zu spät es auszuprobieren, da die Schuppen der Vergangenheit angehören. 😉
        Thema Astaxanthin. Ja lies dich mal ein. Ist ein Thema für sich und wenn ich anfange, könnte ich einige interessante Sachen erzählen, wo meine Freunde, Nachbarn und Familie neben mir „Versuchskaninchen“ gespielt haben.
        Nur mit Kokosöl funktioniert es nicht bei mir in der Sonne. Schade eigentlich! Im Ausland weiterhin leichten Ausschlag, aber keine Mallorcaakne und bei zu langem Sonnen bei Freizeitaktivitäten nur mit Kokosöl Sonnenbrand. Also nicht schön! Astaxanthin 12mg täglich 2-3 Monate vor dem sonnigen Auslandsurlaub und im Urlaub auch eingenommen, null Sonnenbrand bei mir und all meinen lieben „Versuchskaninchen“- auch. Da Astaxanthin noch einiges anderes bei mir bewirkt, nehme ich es durchgängig seit paar Jahren.
        Viele Grüße Tanja

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