Mein Abschied aus der Wissenschaft

Bild: Mantas Hesthaven [Public Domain] / Unsplash

In der vergangenen Woche wurde diese Website Ziel eines Hackerangriffs. Um den Schaden zu beheben, hatte ich sie deshalb für einige Stunden offline nehmen müssen. Die Sicherheitslücke – ironischerweise ein Datenschutz-Plugin – wurde dabei geschlossen. Natürlich war dieser Angriff durch die sprichwörtliche Hintertür ein großer Schock für mich. Gleichzeitig zeigte er mir nochmal deutlich, wo ich stehe: Nämlich nicht mehr in der Wissenschaft, sondern an ihrer Seite.

Wissen vermehren und Wissen teilen

In meinem Leben war ich vieles: Facharbeiter, Student, Forscher. Die Liebe zur Chemie und die Faszination für dieses Fach haben mich angetrieben, immer noch mehr darüber zu lernen. Selbst nach der Promotion (viele andere suchen sich dann einen gutbezahlten und sicheren Job) hatte ich noch nicht genug. Ich lernte im Ausland ein neue Themengebiete, Arbeitsmethoden und buchstäblich neue Horizonte kennen.

Einer dieser Horizonte war, dass ich mein Fachwissen nutzen kann, indem ich es teile. So begann ich, über Wissenschaft zu schreiben; zunächst buchstäblich aus dem Labor heraus. Als ich merkte, dass so gut wie niemand über meine Wissenschaft schrieb, trieb mich das umso mehr an. Und ich wollte besser werden.

Als ich schließlich mein Forschungsprojekt beendet hatte und nach Deutschland zurückgekehrt war, machte ich die Vermittlung von Wissenschaft zu meinem Beruf. Ich lernte völlig neues Handwerkszeug. Inzwischen war der Der Chemische Reporter zum Dreh- und Angelpunkt meiner Karriere geworden. Er ist für mich nicht nur eine Kommunikationsplattform, sondern auch Portfolio, Experimentierfeld und Themenarchiv.

Man ist, was man tut

Mir wurde von einigen Leuten gesagt, dass diese Website aussieht, als würde ein redaktionelles Team dahinterstehen. Tatsächlich mache ich das alles alleine: Ich bin Webmaster, Redakteur, Autor und Community-Manager. Ich berichte über Wissenschaft und ich erkläre sie. Aber ich betreibe sie nicht. Denn ich bin kein Wissenschaftler mehr.

Statt im Labor arbeite ich nun in der Öffentlichkeit und setze mich dort für die Wissenschaft ein. Ich recherchiere Themen und verfasse Nachrichten. Ich schreibe Pressemitteilungen, Blogbeiträge und Social-Media-Posts. Ich erkläre wissenschaftliche Hintergründe und setze mich für ein aufgeklärtes, faktenbasiertes und menschliches Weltbild ein. Also bin ich Wissenschaftskommunikator.

1 Kommentar

  1. Die Kommunikation von wissenschaftlichen Themen für Menschen, die sich dafür interessieren, aber keine Wissenschaftler sind, ist genauso wichtig wie Wissenschaft selbst. Schließlich arbeiten Wissenschaftler*innen ja auch nicht zum Selbstzweck, sondern letztendlich für die Gesellschaft. Deshalb muss Wissenschaft so erklärt werden, dass auch Laien sie verstehen. Diese Webseite ist ein wertvoller Beitrag dazu und wir freuen uns, dass es sie gibt.

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